Deine aktuelle Situation kann beschrieben werden als "Der Besitz Von Grossem" und transformiert sich in "Die Sippe".
Vor Dir liegt "das Feuer" - dieses Element transformiert sich in "der Wind". Das bedeutet, dass Licht und Wärme, Hingabe und Leidenschaft umgewandelt wird in Durchdringung und Geschäfte. Hinter Dir liegt "der Himmel" - dieses Element transformiert sich in "das Feuer". Das bedeutet, dass Kraft und Gesundheit, Aktivität und Bewegung umgewandelt wird in Licht und Wärme, Hingabe und Leidenschaft.
Die Situation
14. Da Yu - Der Besitz Von Grossem Oben (vorne): Li - das Haftende (das Feuer) Unten (hinten): Kien - das Schöpferische (der Himmel)
Kommentar von Richard Wilhelm:
Das Feuer am Himmel oben strahlt weit, so daß alle Dinge ins Licht und in die Erscheinung treten. Die schwache fünfte Linie befindet sich auf geehrtem Platz, und alle die starken Striche entsprechen ihr. Wer auf hohem Platz bescheiden und mild ist, dem fällt alles zu. (Der Sinn des Zeichens stimmt mit dem Worte Jesu überein: Selig sind die Sanftmütigen denn sie werden das Erdreich besitzen.).
Das Urteil für die aktuelle Situation
Der Besitz von Großem: Erhabenes Gelingen.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Die beiden Urzeichen zeigen an, daß Kraft und Klarheit sich vereinigen. Der Besitz von Großem ist vom Schicksal bestimmt und entspricht der Zeit. Wie ist es möglich, daß die schwache Linie die Kraft hat, die Starken festzuhalten und zu besitzen? Durch ihre uneigennützige Bescheidenheit. Es ist eine günstige Zeit. Stärke im Innern und Klarheit und Bildung im Äußern. Die Kraft äußert sich fein und beherrscht. Das gibt erhabenes Gelingen und Reichtum. (Man könnte denken das Zeichen »Zusammenhalten« Nr. 8 sei noch günstiger da dort ein Starker die fünf Schwachen um sich versammelt. Dennoch ist das hier beigefügte Urteil »Erhabenes Gelingen« viel günstiger. Das kommt daher daß die von dem starken Herrscher Zusammengehaltenen dort nur einfache Untertanen sind während hier dem sanftmütigen Herrn lauter starke Gehilfen zur Seite stehen.)
Das Bild der aktuellen Situation
Das Feuer am Himmel oben: das Bild des Besitzes von Großem. So hemmt der Edle das Böse und fördert das Gute und gehorcht so des Himmels gutem Willen.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Die Sonne droben am Himmel, die alles Irdische bescheint, ist das Bild des Besitzes im Großen. Aber ein solcher Besitz muß recht verwaltet werden. Die Sonne bringt das Böse und das Gute an den Tag. Vom Menschen muß das Böse bekämpft und gehemmt, das Gute gefördert und begünstigt werden. Nur auf diese Weise entspricht man dem guten Willen Gottes, der nur das Gute will und nicht das Böse.
Interpretation der veränderlichen Linien
Line 2: Ein großer Wagen zum Beladen. Man mag etwas unternehmen. Kein Makel.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Großer Besitz besteht nicht allein in der Menge der Güter, die einem zur Verfügung stehen, sondern vor allem in ihrer Beweglichkeit und Verwendbarkeit. Dann mag man sie zu Unternehmungen gebrauchen und bleibt frei von Verlegenheit und Fehlern. Unter dem großen Wagen, dem man viel aufladen kann und mit dem man weit fahren kann, sind tüchtige Gehilfen verstanden, die einem zur Seite stehen, die ihrer Aufgabe gewachsen sind. Solchen Leuten kann man eine große Verantwortung aufladen, was bei wichtigen Unternehmungen nötig ist.
Line 4: Er macht einen Unterschied zwischen sich und seinem Nächsten. Kein Makel.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Es ist eine Stellung gekennzeichnet, die zwischen reichen und mächtigen Nachbarn steht. Das bringt Gefahr. Da gilt es, nicht rechts und nicht links zu sehen, frei zu bleiben von Neid und dem Versuch, es andern gleichzutun. So bleibt man frei von Fehlern.
Line 5: Wessen Wahrheit umgänglich ist und doch würdig, der hat Heil.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Die Lage ist sehr günstig. Ohne äußeren Zwang, nur infolge der ungesuchten Aufrichtigkeit, gewinnt man die Menschen, daß sie auch in aufrichtiger Wahrheit einem zugetan sind. Doch genügt zur Zeit des Besitzes von Großem die Milde allein nicht. Sonst könnte leicht Frechheit allmählich aufkommen. Dieses Aufkommen von Frechheit muß durch Würde in Schranken gehalten werden, dann ist das Heil gewiß.
Die Zukunft
37. Gia Jen - Die Sippe Oben (vorne): Sun - das Sanfte (der Wind) Unten (hinten): Li - das Haftende (das Feuer)
Kommentar von Richard Wilhelm:
Das Zeichen stellt die Gesetze dar, die innerhalb der Sippe walten. Der oberste starke Strich stellt den Vater dar, der unterste den Sohn, der fünfte starke Strich stellt den Gatten dar, die zweite weiche Linie die Gattin. Andererseits stellen die beiden starken Linien auf fünftem und drittem Platz zwei Brüder dar, die zugehörigen schwachen Linien auf viertem und zweitem Platz ihre Frauen, so daß alle Beziehungen und Verhältnisse innerhalb der Sippe zu ihrem wesensgemäßen Ausdruck kommen. Jede einzelne Linie hat die ihrem Platz entsprechende Natur. Daß auf dem sechsten Platz, wo man eine schwache Linie erwarten könnte dennoch ein starker Strich steht, bezeichnet aufs deutlichste die starke Herrschaft, die vom Haupt der Sippe ausgehen muß. Der Strich kommt hier nicht in seiner Eigenschaft als sechster, sondern als oberster in Betracht. Die Sippe zeigt die Gesetze im Innern des Hauses wirksam, die nach außen übertragen Staat und Welt in Ordnung halten. Der Einfluß, der vom Innern der Sippe nach außen wirkt, ist dargestellt unter dem Bild des Windes, der vom Feuer erzeugt wird.
Das Urteil für die Zukunft
Die Sippe. Fördernd ist die Beharrlichkeit der Frau.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Die Grundlage der Sippe sind die Beziehungen von Gatte und Gattin. Das Band, das die Sippe zusammenhält, liegt in der Treue und Beharrlichkeit der Frau. Ihr Platz ist im Innern (zweite Linie), der Platz des Mannes im Äußern (fünfte Linie). Daß Mann und Frau ihren rechten Platz einnehmen, entspricht den großen Gesetzen der Natur. In der Sippe bedarf es der festen Autorität: das sind die Eltern. Wenn der Vater wirklich Vater ist und der Sohn Sohn, wenn der ältere Bruder seinen Platz a1s älterer Bruder ausfüllt und der jüngere seinen Platz als jüngerer Bruder, wenn der Gatte wirklich Gatte ist und die Gattin Gattin, dann ist die Sippe in Ordnung. Ist die Sippe in Ordnung, so kommen die ganzen Gesellschaftsbeziehungen der Menschheit in Ordnung. Von den fünf gesellschaftlichen Beziehungen liegen drei innerhalb der Sippe: die zwischen Vater und Sohn- die Liebe-, zwischen Mann und Frau - die Zucht -, zwischen älterem und jüngerem Bruder- die Ordnung. Die liebevolle Ehrfurcht des Sohnes wird dann weiterhin auf den Fürsten übertragen als Pflichttreue und die Ordnung und Zuneigung der Brüder auf den Freund als Treue und das Verhältnis zu den Vorgesetzten als Unterordnung. Die Sippe ist die Keimzelle der Gesellschaft, der Naturboden, auf dem die Ausübung der moralischen Pflichten durch natürliche Zuneigung erleichtert wird, so daß im engen Kreis die Grundlage geschaffen wird, von der sie dann auf die menschlichen Beziehungen im allgemeinen übertragen werden.
Das Bild der Zukunft
Der Wind kommt aus dem Feuer hervor: das Bild der Sippe. So hat der Edle in seinen Worten die Sache und in seinem Wandel die Dauer.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Die Hitze erzeugt Kraft; das bedeutet der Wind, der durch das Feuer entfacht wird und aus ihm hervorgeht. Das ist die Wirkung von innen nach außen. Ganz dasselbe ist bei der Regelung der Sippe notwendig. Auch hier muß die Wirkung von der eigenen Person auf andere ausgehen. Um eine solche Wirkung ausüben zu können, müssen die Worte eine Kraft haben, das können sie nur, wenn sie auf etwas Wirklichem beruhen, wie die Flamme auf dem Brennstoff. Nur wenn die Worte sachlich sind, sich auf bestimmte Verhältnisse klar beziehen, haben sie Einfluß. Allgemeine Reden und Ermahnungen sind gänz1ich wirkungslos. Ferner müssen die Worte unterstützt werden von dem ganzen Benehmen, wie der Wind durch seine Dauer wirkt. Nur ein festes, konsequentes Handeln wird auf andere den Eindruck machen, daß sie sich ihm anpassen und nach ihm richten können. Sind Wort und Benehmen nicht im Einklang und konsequent, so bleibt die Wirkung aus.