Deine aktuelle Situation kann beschrieben werden als "Die Mehrung" und transformiert sich in "Der Besitz Von Grossem".
Vor Dir liegt "der Wind" - dieses Element transformiert sich in "das Feuer". Das bedeutet, dass Durchdringung und Geschäfte umgewandelt wird in Licht und Wärme, Hingabe und Leidenschaft. Hinter Dir liegt "der Donner" - dieses Element transformiert sich in "der Himmel". Das bedeutet, dass Zeugung, Wachstum und Bewegung umgewandelt wird in Kraft und Gesundheit, Aktivität und Bewegung.
Die Situation
42. I - Die Mehrung Oben (vorne): Sun - das Sanfte (der Wind) Unten (hinten): Dschen - das Erregende (der Donner)
Kommentar von Richard Wilhelm:
Der Gedanke der Mehrung drückt sich dadurch aus, daß der unterste starke Strich des oberen Halbzeichens sich heruntergesenkt und unter das untere Halbzeichen gestellt hat. Der Grundgedanke des Buchs der Wandlungen kommt auch in dieser Auffassung zum Ausdruck. Wahres Herrschen muß Dienen sein. Ein Opfer des Höheren, das eine Mehrung des Niederen bewirkt, wird Mehrung schlechthin genannt, um dadurch den Geist anzudeuten, der allein imstande ist, der Welt zu helfen.
Das Urteil für die aktuelle Situation
Die Mehrung. Fördernd ist es, etwas zu unternehmen. Fördernd ist es, das große Wasser zu durchqueren.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Durch das Opfer, das von oben her zur Mehrung des Unteren gebracht wird, entsteht im Volk eine Stimmung der Freude und Dankbarkeit, die für die Blüte des Gemeinwesens überaus wertvoll ist. Wenn die Menschen so ihren Führern zugetan sind, dann läßt sich etwas unternehmen, und auch schwierige, gefahrvolle Dinge werden gelingen. Darum gilt es in solchen aufsteigenden Zeiten, deren Entwicklung von Erfolg begleitet ist, zu arbeiten und die Zeit auszunutzen. Diese Zeit ist wie die Zeit, wenn Himmel und Erde sich vermählen, wenn die Erde der schöpferischen Kraft des Himmels teilhaftig wird und nun die Lebewesen gestaltet und verwirklicht. Die Zeit der Mehrung dauert nicht, darum muß sie benützt werden, solange sie da ist.
Das Bild der aktuellen Situation
Wind und Donner: das Bild der Mehrung. So der Edle: Sieht er Gutes, so ahmt er es nach, hat er Fehler, so legt er sie ab.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Indem man beobachtet, wie Donner und Wind sich gegenseitig mehren und verstärken, lernt man den Weg zu seiner eignen Selbstmehrung und Besserung. Wenn man an anderen etwas Gutes entdeckt, soll man es nachahmen und so alles Gute auf Erden sich zu eigen machen. Sieht man an sich selbst etwas Schlechtes, so lege man es ab. Dadurch wird man frei vom Bösen. Diese ethische Veränderung ist die wichtigste Mehrung der Persönlichkeit.
Interpretation der veränderlichen Linien
Line 2: Es mehrt ihn wohl jemand. Zehn Paar Schildkröten können dem nicht widerstreben. Dauernde Beharrlichkeit bringt Heil. Der König stellt ihn dar vor Gott. Heil !
Kommentar von Richard Wilhelm:
Die wirkliche Mehrung kommt dadurch, daß man in sich die Bedingungen dafür schafft: Aufnahmebereitschaft und Liebe zum Guten. Dadurch kommt das Erstrebte von selber mit naturgesetzlicher Notwendigkeit. Wo die Mehrung so in Einklang steht mit den höchsten Weltgesetzen, kann sie durch keine Konstellation von Zufällen verhindert werden. Nur kommt alles darauf an, daß man sich durch unerwartetes Glück nicht leichtsinnig machen läßt, sondern durch innere Stärke und Beständigkeit es sich zu eigen macht. Dann bekommt man Bedeutung vor Gott und Menschen und kann etwas ausrichten zum besten der Welt.
Line 3: Man wird gemehrt durch unheilvolle Ereignisse. Kein Makel, wenn du wahrhaftig bist und in der Mitte wandelst und dem Fürsten berichtest mit einem Siegel.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Eine Zeit des Segens und der Bereicherung ist in ihrer Wirkung so stark, daß selbst sonst unheilvolle Ereignisse denen zum besten dienen müssen, die davon betrogen sind. Sie werden frei von Fehlern und gewinnen dadurch, daß sie der Wahrheit entsprechend handeln, eine solche innere Autorität, daß sie Einfluß ausüben, als seien sie durch Brief und Siegel bestätigt.
Line 4: Wenn du in der Mitte wandelst und dem Fürsten berichtest, so wird er folgen. Fördernd ist es, benützt zu werden bei der Verlegung der Hauptstadt.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Es ist von Wichtigkeit, daß es Menschen gibt, die zwischen Führern und Geführten vermitteln. Das müssen selbstlose Persönlichkeiten sein, namentlich in Zeiten der Mehrung, da vom Führer Nutzen ausgehen soll für das Volk. Von dem Segen darf nichts in selbstsüchtiger Weise zurückgehalten werden, sondern er muß wirklich denen zugute kommen, für die er bestimmt ist. Eine solche Vermittlerpersönlichkeit, die auch auf den Führer einen guten Einfluß ausübt, ist besonders wichtig in Zeiten, da es sich um große, für die Zukunft entscheidende Unternehmungen handelt, die der inneren Zustimmung aller Beteiligten bedürfen.
Line 5: Wenn du wahrhaftig ein gütiges Herz hast, so frage nicht. Erhabenes Heil ! Wahrhaftig wird Güte als deine Tugend anerkannt werden.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Wirkliche Güte rechnet und fragt nicht nach Würdigkeit und Dank, sondern sie wirkt sich aus nach innerer Notwendigkeit. Ein solch wahrhaft gütiges Herz findet sich auch belohnt, indem es anerkannt wird, und so wird der segensvolle Einfluß ungehemmt ausdehnen.
Die Zukunft
14. Da Yu - Der Besitz Von Grossem Oben (vorne): Li - das Haftende (das Feuer) Unten (hinten): Kien - das Schöpferische (der Himmel)
Kommentar von Richard Wilhelm:
Das Feuer am Himmel oben strahlt weit, so daß alle Dinge ins Licht und in die Erscheinung treten. Die schwache fünfte Linie befindet sich auf geehrtem Platz, und alle die starken Striche entsprechen ihr. Wer auf hohem Platz bescheiden und mild ist, dem fällt alles zu. (Der Sinn des Zeichens stimmt mit dem Worte Jesu überein: Selig sind die Sanftmütigen denn sie werden das Erdreich besitzen.).
Das Urteil für die Zukunft
Der Besitz von Großem: Erhabenes Gelingen.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Die beiden Urzeichen zeigen an, daß Kraft und Klarheit sich vereinigen. Der Besitz von Großem ist vom Schicksal bestimmt und entspricht der Zeit. Wie ist es möglich, daß die schwache Linie die Kraft hat, die Starken festzuhalten und zu besitzen? Durch ihre uneigennützige Bescheidenheit. Es ist eine günstige Zeit. Stärke im Innern und Klarheit und Bildung im Äußern. Die Kraft äußert sich fein und beherrscht. Das gibt erhabenes Gelingen und Reichtum. (Man könnte denken das Zeichen »Zusammenhalten« Nr. 8 sei noch günstiger da dort ein Starker die fünf Schwachen um sich versammelt. Dennoch ist das hier beigefügte Urteil »Erhabenes Gelingen« viel günstiger. Das kommt daher daß die von dem starken Herrscher Zusammengehaltenen dort nur einfache Untertanen sind während hier dem sanftmütigen Herrn lauter starke Gehilfen zur Seite stehen.)
Das Bild der Zukunft
Das Feuer am Himmel oben: das Bild des Besitzes von Großem. So hemmt der Edle das Böse und fördert das Gute und gehorcht so des Himmels gutem Willen.
Kommentar von Richard Wilhelm:
Die Sonne droben am Himmel, die alles Irdische bescheint, ist das Bild des Besitzes im Großen. Aber ein solcher Besitz muß recht verwaltet werden. Die Sonne bringt das Böse und das Gute an den Tag. Vom Menschen muß das Böse bekämpft und gehemmt, das Gute gefördert und begünstigt werden. Nur auf diese Weise entspricht man dem guten Willen Gottes, der nur das Gute will und nicht das Böse.